Diesen Bericht schreiben wir nach unseren 5 Tagen Kuala Lumpur. Irgendwie macht eine Großstadt immer sehr müde und abends sind wir hier eher früh ins Bett.
Am Ankunftstag haben wir zunächst in unser Hotel, Ceylon Suites eingechecked. Hier bekamen wir für uns 4 ein Signature Studio Royal. Ein Zimmer mit einem Doppelbett und Schlafsofa. Der erste Eindruck war echt gut. Vor allem wenn man bedenkt, dass wir für die Nacht nur ca. 45 € bezahlen. Der Eindruck wurde aber in den kommenden Tagen etwas getrübt.


Von unserem Hotelzimmer im 23. Stock schaute man direkt auf den Merdeka PNB 118 Tower. Der Turm ist mit 678 m nicht nur das höchste Gebäude in Malaysia, sondern auch das zweithöchste Gebäude der Welt. Der Tower ist jedoch noch nicht ganz fertig und soll im Juni 2023 eröffnet werden.

Da es schon gegen Abend war, sind wir gleich mal in die Stadt um etwas essen zu gehen. Hierfür sind wir zum Jalan Alor Night Foodmarket gelaufen, da dieser nicht weit von unserem Hotel entfernt war. Hier drängten sich viele hungrige Menschen durch die Straßen auf der Suche nach dem geeigneten Essen. Hier findet man unzählige Ministände, Garküchen und Restaurants. Wir haben uns für ein kleines Restaurant entschieden. Man sitzt direkt an der Straße auf Plastikstühlen und an Plastiktischen. Ich würde behaupten, es gibt immer soviel Auswahl, dass jeder etwas finden sollte. Jeder hat sich ein Gericht ausgesucht und später haben wir geteilt. Wir wurden nicht enttäuscht und am Ende war jeder gestärkt und satt. So fasziniert wie wir von den Essenständen und dem bunten Treiben waren, so waren die Einheimischen mal wieder fasziniert von unseren Kindern. Von entzückten Geräuschen, durch die Haare strubbeln bis hin zu Fotoanfragen war alles mit dabei. Von den Kellnern am Straßenrand wurden „High 5“ verteilt und freundlich gegrüßt.



Da die Dämmerung schon angebrochen war, haben wir uns entschieden, noch zu den bekannten Petronas Towers zu fahren und diese in der Dunkelheit beleuchtet zu betrachten. Der Anblick war echt Wahnsinn. Die Kindermünder standen offen und wir waren auch sehr überwältig. Durch die Beleuchtung der zwei Tower wirkte das Gebäude gigantisch schön. Natürlich war der Vorplatz der Tower voll von Menschen, die die gleiche Idee hatten wie wir. Zwischendrin sprangen immer irgendwelche Straßenverkäufer rum, die mit Ihrem iPhone und dazu passendem Standlicht Fotos von einem machten und dieses, natürlich nur gegen Bezahlung, per AirDrop auf dein Handy schickte 😊.
Nachdem wir uns an den Towern satt gesehen haben sind wir zurück ans Hotel.



Am zweiten Tag suchten wir uns zunächst ein kleines Café in der Nähe vom Hotel um dort zu frühstücken. Unsere Google Recherche führte uns zum LOKL Coffee, welches 10 Minuten Fußmarsch vom Hotel entfernt war. Dort gab es leckeres Essen und vor allem (!!) guten Espresso 😊. Anschießend sind wir zum KLCC Park, am Fuß der Petronas Tower gefahren. Das ist ein künstlich angelegter Park zum Spazieren gehen, mit großem Spielplatz und einem großen Wasserbecken zum Planschen für Kinder. Hier haben sich die Kinder richtig ausgetobt. Vera und ich saßen am Rand und hatten somit auch ein wenig Pause.

Auf dem Rückweg zum Hotel legten wir noch einen Stopp an der Jamek Moschee, offiziell Sultan Abdul Samad Jamek-Moschee, ein. Sie ist eine der ältesten Moscheen in Kuala Lumpur, Malaysia. Leider hatte die Moschee schon geschlossen und somit konnten wir sie nur von außen betrachten. Von dort sind wir ca. 5 Minuten nach Chinatown gelaufen. Dort sind wir über die Petaling Street gelaufen. Hierbei handelt es sich um eine Einkaufsstraße mit vielen Straßenhändlern, Künstlern und Essenstände. Hier bekommt man Rolex Uhren, Gucci Taschen, Nike Schuhe und weitere Designermarken (natürlich 100% Original – same same but different 😉) für ein Paar Euro nachgeschmissen.



Anschließend suchten wir uns zum Essen eine kleine Garküche direkt an der Straße. Hier wollten die Kinder an einen Stand, an dem man sich Fisch-, Fleisch- oder Gemüsespieße aussuchen konnte und diese wurden dann in einem Topf mit heißem Öl frittiert (nennen wir es mal chinesisches Fondue 😊). Leano hat hier seine Liebe für Tintenfisch entdeckt. Nelio probiert hier alles durch und findet fast alles lecker. Unsere Bedenken, dass es evtl. schwer wird für die Kinder etwas zu essen zu finden, sind zum Glück unbegründet. Nur zum Frühstück vermissen die Kinder manchmal Nutella, das ist hier eher eine Seltenheit.

Danach ging es zurück ins Hotel, es war ein langer Tag und jeder war müde.
Am nächsten Tag haben wir im Hotel gefrühstückt und sind danach erstmal in einen Waschsalon gefahren um unsere Wäsche zu waschen. Da wir hierfür leider warten mussten (online gab es die Info, dass es auch einen Service gibt und man die Wäsche später abholt), ging hierbei leider der Vormittag flöten. Die Wartezeit verbrachten wir in einem nahegelegenen Café, in dem es ordentlichen Kaffee gab und für die Kinder etwas kleines zum Essen. Danach ging es mit Sack und Pack zurück Hotel. Dort haben wir uns über einen Lieferservice essen bestellt und sind danach in den Hotelpool. Der Infinity Pool befindet sich im 37. Stock und bietet eine tolle Aussicht auf die Petronas Towers und den Fernsehturm.

Nachmittags sind wir nach Little India gefahren um dort Abend zu essen… Das war zumindest der Plan 😉
Dort angekommen sind wir erst durch die Straßen gelaufen und haben uns umgeschaut. Überall läuft hier laute Musik und es ist sehr viel los. Vera entdeckte ein Restaurant, das sie ansprach, weil das Essen bei den Leuten auf den Tellern so lecker aussah. Also haben wir uns dort hingesetzt. Hier hatten wir dann Doppelbeschallung aus zwei Lautsprechern mit unterschiedlicher Musik. Die Bedienung teilte mir mit, dass man mit einem Teller ans Buffet geht und sich das Essen selbst aussucht. Ich fragte nochmal ganz genau, welche Gerichte „absolutely NOT spicey“ sind (wegen den Kindern und Vera). Als ich mit dem Essen wieder am Tisch war und wir anfangen wollten zu essen nahm das Drama seinen Lauf 😉 Entweder hat die Bedienung mit nicht verstanden oder das „NOT“ überhört. Das Essen war extrem scharf. Das Einzige was nicht scharf war, war das Naanbrot und der gekochte Reis. Leano hat nur puren Reis gegessen und Vera nur gepickt. Wer Vera kennt weiß, dass sich sowas augenblicklich auf Ihre Laune auswirkt 😊
Nelio hat tatsächlich alles probiert und Einiges trotz Schärfe gegessen. Somit lag es an mir, zwei ganze Portionen fast alleine zu essen…

Da Vera noch Hunger hatte und in der Nähe ein Einkaufszentrum war, gingen wir dorthin zum MCDonalds. Ich weiß, in einem Land mit gutem Essen ist das zwar ein No Go, aber es musste so schnell wie möglich für Vera was zum Essen her, weitere Experimente ausgeschlossen. Vera wollte einen Cheeseburger. Mein Witz, dass es nur spicey Cheeseburger gibt kam bei ihr allerdings nicht so gut an 😉
2 Cheeseburger später war alles wieder gut 😊 Die Kinder bekamen dort ein kleines Softeis geschenkt und somit war jeder wieder glücklich.

Am nächsten Tag standen die Batu-Höhlen auf dem Plan. Dabei handelt es sich um einen hinduistischen Tempel, der mitten in eine Höhle gebaut wurde. Nach oben gelangt man über die bekannte bunte Treppe. Die Batu-Höhlen befinden sich nördlich von Kuala Lumpur. Hier sind wir mit einem Grab (funktioniert wie Uber) in ca. 20 Minuten hingekommen. Das ist hier übrigens die günstigste Variante um von A nach B zu kommen und funktioniert einwandfrei.
Da wir früh bei der Höhle ankommen wollten um dem Besucheransturm etwas auszuweichen und die Treppen im Schatten zu erklimmen, sind wir zum Frühstück in den Starbucks ums Eck. Das war auch gut so und unser Plan ging auf. Um die Höhle zu erreichen, muss man zunächst 272 farbenfrohe und steile Stufen nach oben steigen. Hier muss man auch gut auf seine Sachen aufpassen, da es hier viele Affen gibt und nur darauf warten, etwas klauen zu können. Oben angekommen steht man vor einer riesigen Höhle mit mehreren hinduistischen Figuren in unterschiedlichen Farben. Keine Ahnung wie die da hinkommen, aber es laufen auch Hühner in der Höhle rum 😉.

Der Abstieg fiel uns etwas leichter, aber auch hier waren ständig Affen und lauerten auf Ihre Chance. Am Fuße der Batu Höhle gibt es noch den einen oder anderen hinduistischen Tempel mit interessanten Statuen in leuchtenden Farben. Man merkte, dass so langsam die Touristenmassen ankamen und so entschieden wir uns, wieder zurück in die Stadt zu fahren. Wir fuhren nach Jalan Alor (die Foodstreet vom ersten Abend). Dort gibt es einige Seitenstraßen, in denen der Boden und die Häuser von Künstlern bunt bemalt wurden. Hier schlenderten wir noch etwas umher und suchten uns dann einen kleinen Stand mit Essen. In der Nähe befand sich noch das größte Einkaufszentrum der Stadt und ist mit dem South China Mall das größte Einkaufszentrum der Welt mit dem Namen Berjaya Times Square.
Hier gibt es einen Indoor Freizeitpark und diesen wollten wir den Kindern noch zeigen.
Danach ging es ins Hotel und wir legten noch eine Poolpause ein. An diesem Abend, unserem letzten Abend vor Abreise, wollten wir für das Abendessen kein Risiko eingehen. Also gingen wir wieder nach Jalan Alor und erwischten ein leckeres Restaurant, bei dem wir uns wieder mehrere Gerichte geteilt haben. Zum Nachtisch wollten die Kinder unbedingt noch die berühmte Durian Fruit probieren, auch Stinkefrucht genannt. Diese hat einen ganz extremen Geruch, schmeckt aber angeblich ganz anders.
Leider war die Frucht so gar nicht nach unserem Geschmack. Dafür gab es dann noch einen kleinen Kuchen mit Schokofüllung.
Zum Hotel muss nochmal Folgendes gesagt werden. Es handelt sich hierbei um keine Vollkatastrophe, aber irgendwie haben wir mehr erwartet. Das Personal ist ziemlich desinteressiert und hört auch nicht richtig zu (da parallel auf dem Handy rumgetippt wird). Außerdem gibt es keinen Roomservice, das heißt, es werden keine Handtücher gewechselt und kein Klopapier aufgefüllt. Dafür muss man immer nach unten an die Rezeption gehen und fragen. Auch die Sauberkeit lässt ein wenig zu wünschen übrig. Der erste Eindruck ist gut, aber wenn man genauer hinschaut, ist alles staubig und in den Ecken sind Spinnweben. Im Bad ist die Dusche genau neben der Toilette…ohne Abtrennung oder Vorhang. Nach dem Duschen sind das ganze Klo und auch der Boden nass und es gibt keine Möglichkeit es abzutrocknen. Wir fragten auch nach einem Wäscheservice für unsere Kleidung. Es hieß wir müssen in einen Waschsalon. Einen Tag später stand ein Schild auf dem Tresen, dass sie einen Service anbieten, der die Wäsche abholt und wieder bringt.
Natürlich kann man jetzt sagen: für den Preis kann man nicht mehr verlangen ….Aber wir haben auch schon für weniger Geld ein perfekten Service genossen 😉
Naja, alles halb so wild. Kuala Lumpur an sich war ein netter Zwischenstopp. 3-4 Tage sind unserer Meinung ausreichend. Es war schön, die Stadt gesehen zu haben aber unser Highlight war es bisher nicht.
Aber jetzt geht es nach Bali…. da freuen wir uns schon drauf.

























































