Lombok – Senggigi

von Marco

Kaum setzt man am Hafen in Bangsal (Lombok) einen Fuß auf das Festland, wird man von Taxifahrern umgarnt und angesprochen. Da unsere Unterkunft ca. 45 Minuten Fahrzeit vom Hafen entfernt ist, waren wir auf ein Taxi angewiesen. Hier lohnt es sich auf jeden Fall zu handeln und sich vorher zu informieren welcher Preis ungefähr angebracht ist. Google – unser Freund und Helfer 😉. Erst wurde uns die Fahrt für 350.000 IR angeboten. Ich verneinte freundlich und sagte 150.000 IR . Der Fahrer sagte dann 300.000 IR und nahm mir schon den Koffer ab. Ich sagte nein, nahm den Koffer wieder zurück und bin einfach weggelaufen. Natürlich kam mir der Kollege hinterhergelaufen und wollte es mit 250.000 IR probieren. Am Schluss einigten wir uns auf 220.000 IR und alle waren happy. Natürlich kann man jetzt sagen, 100.000 IR entsprechen nur ca. 6,20€ aber das landestypische Preis-Leistungsverhältnis muss eben auch stimmen.

Nach 45 Minuten waren wir in unserer Unterkunft, Villa Stanley.

Das Hotel besitzt Charme und eine tolle Atmosphäre. Es liegt direkt an der Hauptstraße und wenn man das Eingangstor sieht denkt man sich erstmal: Oje, ob das was ist?!?!

Sobald man jedoch das Gelände betritt, sieht man einen wunderschönen Garten voller Bäume, Büsche und Blumen und mittendrin ist ein schöner gepflegter Pool. Die Bungalows sind zwar schon etwas in die Jahre gekommen und bestehen aus einer Mischung aus Holz und Stein aber sind sauber und gemütlich. Aber das Gesamtkonzept hat auf jeden Fall überzeugt.

Wir wurden vom Besitzer Marco 😉 begrüßt. Ein Schweizer Auswanderer, der dieses Paradies mit eigenen Händen mit erschaffen hat. Marco ist ein toller Typ und würde uns auch in den kommenden Tagen mit seinen Geschichten noch sprachlos machen.

Die Lage des Hotels ist jedoch nicht die beste. Der Strand in der Nähe ist nicht unbedingt schön und ohne Roller oder Taxi kann man nicht viel machen. Jedoch wollten wir hier die nächsten 6 Nächte auch einfach mal relaxen und in den Tag reinleben. Gleich am ersten Tag kam uns eine deutsche Familie mit zwei kleinen Kindern im Hotel entgegen. Und wie schon häufiger in diesem Urlaub, freundeten sich die Kinder schnell an. Auch wir verstanden uns gleich mit den Eltern und waren froh, wieder nette Menschen kennengelernt zu haben. Die andere Familie macht eine ähnliche Tour wie wir, allerdings sind sie 6 Monate unterwegs. MEGA 😊

Die Familie blieb noch 3 Tage im Hotel und so beschlossen wir, die nächsten 3 Tage gemeinsam zu verbringen. Den ersten Tag blieben wir im Hotel am Pool. Bei netten Gesprächen und zufriedenen Kindern konnten wir uns alle wunderbar entspannen. Am zweiten Tag machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg zum nördlich gelegenen Nipah Beach. Ein Sandstrand, der mit Palmen und Boten ein leicht karibisches Flair hatte. Entlang des Strandes lagen viele einfache Warungs (einfache Hütten aus Strohmatten) in denen man essen und trinken konnte. Die Kinder spielten am Strand und im Wasser und hatten viel Spaß. Das Einzige was sehr schade ist, ist der viele Müll der hier überall rumliegt.

Zur Mittagszeit wollten wir etwas essen. Die einfachen Warungs haben uns ehrlich gesagt nicht so angesprochen und so waren wir erstmal etwas skeptisch. Da wir aber solchen Hunger hatten, entschieden wir uns, es zu riskieren. Und es hat sich gelohnt. Der Besitzer war super freundlich und hat gleich seine ganze Familie und Kinder geholt. Die Kinder haben wieder miteinander gespielt und wir haben auch lecker gegessen. Anschließend gab es noch eine kleine Abkühlung im Meer und danach sollte es nachhause gehen. Wir wollten uns ein Taxi rufen aber direkt am Strand hatte ich keinen Empfang. Also packten wir unser Zeug und liefen an die Hauptstraße um dort ein Taxi zu rufen. Aber irgendwie hatten wir immer noch keinen Empfang. Wir liefen die Straße entlang, in der Hoffnung, dass wir endlich wieder Empfang haben, aber Fehlanzeige. Wir kamen zu einem Haus, vor dem viele Kinder auf einem Sandberg spielten. Die Familie saß daneben, beobachtete die Kinder oder unterhielt sich. Als sie uns sahen, fragte mich ein dazugehöriger Mann ob wir Hilfe benötigen (vermutlich machten wir einen hilflosen Eindruck 😉). Als ich ihn mein Problem schilderte bot er uns an, ein Taxi zu rufen. Bis das Taxi kommt, sollten wir uns zur Familie setzen und die Kinder sollten gemeinsam spielen. Wir warteten ca. 20 Minuten in Gesellschaft der Familie. Während Vera und ich uns etwas verloren vorkamen, spielten die Kinder ohne Hemmungen miteinander. Auch hier kann man wieder nur beeindruckt von den Kindern sein. Als das Taxi kam, standen dann alle da und winkten und riefen „bye bye“😊.

Der nächste Tag war wieder sehr ruhig. Nach dem Frühstück sind wir in der Nähe des Hotels in ein Einkaufzentrum gelaufen. Hier konnte man lokal produzierte Produkte wie Shirts, Schuhe, Souvenirs etc. kaufen.

Den Nachmittag verbrachten wir gemeinsam am Pool…es war auch einfach mal schön, nichts zu tun. Da die Kinder mit Ihrer neuen Freundin schön zusammen spielten, war alles relaxed 😉. Nachmittags bot uns der Gastgeber an, dass die Kinder mit ihm mit dem Pickup zu seinem Garten fahren dürfen um die Tiere dort zu füttern. Er hat dort Gänse, Tauben, Katzen und Hühner und auch der Garten musste gegossen werden.

Also sind wir mit dem anderen Papa und seiner Tochter, sowie dem Chef und einem Mitarbeiter und dem Hund Dodo auf den Pickup gestiegen. Sie hatten uns extra einen Teppich auf die Ladefläche gelegt 😊

Unterwegs zum Garten hielten wir kurz bei einem Mini Supermarkt an. Der Chef kam dann mit einem Eis für jeden wieder zurück, auch wir großen Kinder haben eins bekommen. Dann gings weiter, aber kurz danach hielten wir wieder…. Dodo wurde doch glatt beim Supermarkt vergessen. Also Rückwärtsgang rein und Hund einsammeln. Beim Garten angekommen durften die Kinder die Katzen füttern, den Garten gießen und die Hühner füttern. Der Chef zeigte uns einen seiner Schuppen in dem er wunderschöne Schätze aus Holz gelagert hat. Hier liegen alten Schiffsbohlen, verschnörkelte Säulen, Türen und Rahmen, typische indonesische Masken, Buddhas, Figuren…..einfach alles was man sich aus Holz vorstellen kann. Vera hätte am liebsten einen Schiffscontainer bestellt und die Hälfte mitgenommen 😊

Als die Arbeit getan war, sind wir noch einen kleinen Umweg gefahren. Hier haben wir zu sehen bekommen, wie die Einheimischen so leben. Der Ausflug war sehr interessant und wir haben wieder eine Menge gelernt. Auf der Hauptstraße gab es dann noch ein kleines Verkehrschaos mit viel Polizei, weil eine politische Wahl stattfand und viele Leute unterwegs waren. Neben dem Pickup fuhr ein Roller und der junge Mann hat sich mit Leano unterhalten 😉 „Hello, whats your name, where you´re from? Die Kinder können auf diese Fragen schon problemlos antworten. Sobald das Wort „Germany“ gesagt wird, sagen die Einheimischen immer gleich „Ahhhsoooooooo“. Scheinbar ist das das typischste Wort, das die Deutschen von sich geben.

Am Ende des Tages mussten wir nur noch eine Entscheidung treffen, nämlich die, was es denn heute leckeres zum Abendessen geben soll….. Es könnte einem schlechter gehen 😉

Am folgenden Tag ist die andere Familie morgens abgereist. Wir buchten uns für den Tag eine Tour in den Norden von Lombok. Die erste Station waren die Sendang Gile Wasserfälle am Fuße des Rinjani Vulkanes. Vom Parkplatz zu den Wasserfällen liefen wir ca. 30 Minuten durch den Urwald. Am Ziel erwartete uns ein imposanter Wasserfall. Dort beobachteten wir das laut plätschernde Wasser und die Einheimischen, die dort badeten. Den Kindern war das Wasser dort zu wild und auch viel zu kalt zum Baden.

Nach den Wasserfällen fuhren wir zu einem alten, traditionellen Dorf, nach Senaru. Hier ist die Zeit scheinbar stehen geblieben und die Einwohner (ca. 30 Familien) leben dort noch in kleinen Strohhütten. Die Menschen leben von den Einnahmen als Gepäckträger für Touristen, die auf den Rinjani klettern wollen oder von der Landwirtschaft. Die Menschen leben ohne Strom oder Technik.  Auf dem Dorfplatz gibt es eine kleine Ecke die als Dusche oder Bad dient und eine Ecke mit einem Gemeinschaftsklo (eher ein Loch, in dem alles vergraben wird). In den Hütten befinden sich nur die Schlafzimmer, die Aufenthaltsräume sind im Freien. Hier stehen immer wieder überdachte Holzpodeste als Treffpunkt. In dem Dorf kamen uns Kinder entgegen und grüßten uns und hatten ein glückliches Lächeln im Gesicht. Uns hat das doch sehr imponiert. Während wir uns das Dorf anschauten und für uns dachten „Ohje, so könnten wir niemals leben“ schauten uns die ganze Zeit freundliche Gesichter zu. Wir möchten unser Leben in Deutschland auf keinen Fall missen aber sowas zeigt immer, wie verwöhnt wir eigentlich sind und wie gut es uns doch geht.

Anschließend ging es mit dem Auto über Schleichwege zurück Richtung Hotel. Dabei konnten wir Lombok in einer sehr authentischen Weise beobachten und die Bilder in uns aufsaugen. Hier ist alles nochmal viel einfacher wie auf Bali. Als wir zuhause waren (nach 9 Stunden) waren wir auch alle müde.

Den nächsten und letzten Tag verbrachten wir nur in der Anlage am Pool.

Die 6 Nächte in Senggigi gingen schnell vorüber aber hier haben wir, zur Abwechslung mal, meistens relaxed.

Wir möchten hier nochmal dem Besitzer der Anlage einen Absatz widmen. Marco, der Schweizer Auswanderer. Marco ist eine tolle Persönlichkeit. Immer war er präsent und half überall mit, wo er gebraucht wurde. Die Kinder haben ihn schnell ins Herz geschlossen da er ihnen immer etwas zu bieten hatte. Eines Abends erzählte mir Marco etwas von seinem früheren Leben. Er sagte, dass er 15 Jahre in Rom bei der Schweizer Garde arbeitete. Sehr spannend. Dann erzählte er mir von seinem damaligen Chef, Johannes Paul dem II, von seinen Reisen als Gardist und von Mutter Teresa. Manches hörte sich schon etwas „weit hergeholt“ an. Dann fragte er uns, ob wir Fotos sehen wollen, was wir natürlich wollten. Und dann waren wir alle erstaunt. Er zeigte Fotos mit Johannes Paul II. im Arm, mit Mutter Teresa am Scherzen, Zeitungsausschnitte in denen er von Paparazzi fotografiert wurde…etc. Wir hätten ihm Stunden lang weiter zuhören können. Nach seiner Zeit bei der Schweizer Garde hatte Marco die Schnauze voll und reiste um die Welt. In Asien hatte er in verschiedenen Ländern immer mal ein Business eröffnet bis er 2012 auf Lombok landete und seine Leidenschaft seinem neuen Resort widmete. Kann sein, dass sich das beim Lesen alles ganz nett anhört, aber wenn Marco das erzählt, wünschte man sich, er würde ein Buch darüber schreiben.

Der Nächste Stopp ist Gili Air, eine Insel vor der Küste von Lombok. Am Hafen von Bangsal fährt man ca. 20 Minuten mit dem Boot auf die Insel. Wir freuen uns und sind schon sehr gespannt.

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